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Mein neues Buch ist da. Aus dem Blätterspiel des Lebens geschöpft, in düsteren Coronazeiten schwebend geschrieben, trägt es den Titel <Frühlingsduft mit Sommerlachen>, blattgoldrichtig gestaltet von der Künstlerin Irene Gazzillo.

Meine Nähe zum Schreiben und Lesen, zum Schauen und Hören geht weit zurück. Als Kind hat mich das “Chäsperle” der Mutter, das Marionettentheater des Onkels gefangen. Früh bewunderte ich die ältere Schwester als Schauspielerin. Es folgten prägende Erlebnisse mit Dürrenmatts und Frischs Stücken in ihren ersten Zürcher Inszenierungen samt Lektüre mit dem Deutschlehrer, als die zwei noch nicht zum Pflichtstoff gehörten.

Die Bühnenwelt befreite mich. Im Theater des Gymnasiums gab ich, wie zuvor im Primarschul-Krippenspiel, einen Schwarzafrikaner. Für das Cabaret der Maturklasse brannte beim Schreiben und Spielen der Hippie in mir durch. Das Paris der 68er wurde prägend mit revolutionärem Theater; London, Oxford, Stratford folgten mit klassischmodernem Shakespeare. Ich verbrachte Lehr- und Wanderjahre als Student der Geschichte in der Schweiz und in Frankreich. In England, wo ich Deutsch unterrichtete, entdeckte ich, dass ich nicht zum Lehrer taugte.

Journalismus lernte ich von der Pike auf in Basel. Es folgten lebhafte Jahrzehnte als Auslandredaktor der Neuen Zürcher Zeitung. Ich durfte in der weiten Welt reisen, an der Falkenstrasse eine unauffällig sich neu erfindende Zeitung mitgestalten, zunehmende Lesbarkeit des Blatts redigierend mittragen. Es waren die goldenen Jahre der Printmedien. Gelegentliches Herausgeben von Sachbüchern sowie das Schreiben politischer, historischer, futuristischer Essays ergänzten die Tagesarbeit. Mein erster Titel vor dreissig Jahren war <Finnlands Winterkrieg>. Damals wie heute politischer Sprengstoff war der mit mehreren NZZ-Kollegen verfasste Band <Keine Angst vor Europa. Föderalismus als Chance>.

Ausflüge ins Literarische begannen nach der Pensionierung. Auftakt war eine Quellensammlung über Ingeborg Bachmann, Max Frisch, Adolf Muschg. Es folgte der Kulturfestivalband über zwölf Jahre Origen. Nach <Sommerlachen> hat ein Romanerstling einen Schlusspunkt gefunden. Seit vier Jahren fallen mir Worte ein, die mitten in der Nacht oder beim Spazieren am Tag zu Zeilen werden. Sie steigen in den Kopf, fallen in den Laptop, diese dada-surrealistischen oder ganz nüchternen Sprachblitze. Reduktion heisst das Zauberwort. Meine Themen in der Poesie wie in der Prosa sind Menschen und Bildwelten, Räume und Bäume, die Gestirne der Nacht, Felsstürze und Flüsse, Liebe und Tod.

Wenn ich die regelmässigen Schreibaktivitäten als Bezeichnung von Nebenberufen erfinden müsste, wäre ich für die Prosa Buchschreiber, für die Poesie Praktikant in Wortspielerei. 

Privat, ganz knapp: Ich bin im Sandwich zwischen zwei Schwestern geboren und aufgewachsen in der Kultur-, Garten-, Arbeiterstadt Winterthur. Seit langem wohnhaft am Zürichsee. Verheiratet. Familienmensch. Drei Töchter haben sieben Enkel geboren, die das Leben bereichern. Wochenlange Ausflüge zum Schreiben, Langlaufen, Wandern, Kultur- und Berggenuss ins Oberhalbstein, Engadin, Bergell, Münstertal und ins benachbarte Italien.